
Visuelle Identitäten
In diesem Studienschwerpunkt beschäftigen wir uns damit, wie visuelle Identitäten entstehen und welche Grundlagen und Parameter sie prägen. Wir schauen darauf, wie unterschiedliche gestalterische Elemente zusammenwirken und erproben, wie sich mit verschiedenen Mitteln eigenständige visuelle Ausdrucksformen entwickeln lassen. Dabei verstehen wir Grafikdesign als ein interdisziplinäres Feld, in dem unterschiedliche Ansätze und Arbeitsweisen ineinandergreifen.
Die Rolle von Gestalter*innen hat sich in den letzten Jahren stark verändert und erweitert. Im Verlauf eines Projekts übernehmen Kommunikationsgestalter*innen oft unterschiedliche Aufgaben, von Recherche und Konzeption bis hin zu redaktionellen, organisatorischen oder szenografischen Tätigkeiten. Eigeninitiierte Projekte sind häufig gleichermaßen in die Praxis eingebunden wie Auftragsarbeiten. Gerade das komplexe Feld visueller Identitäten verlangt nach einem Zusammenspiel verschiedener Fähigkeiten. Research, typografische Präzision, Fotografie, Image Making, Art Direction, Animation, Kommunikation und Organisation greifen dabei fließend ineinander. Identitäten zeigen sich nicht als starre Erscheinungsbilder, sondern als Systeme aus Typografie, Bild, Sprache, Raum und Medium, die im Dialog zueinander stehen und sich mit ihrem Umfeld verändern. Gestaltung ist so immer auch eine Form der Auseinandersetzung und Positionierung.
Wir lernen unterschiedliche Methoden und Techniken kennen und diese werden wir auch experimentell erproben, um Ideen passende visuelle Formen zu geben. Je nach Kontext gibt es zahlreiche Wege, sich einem Thema, Projekt oder einer Identität zu nähern – konzeptuell, forschend, analytisch, ästhetisch, politisch oder methodisch. In Semesteraufgaben und selbstinitiierten Projekten üben wir diese Annäherungen, hinterfragen sie kritisch und geben Feedback. Die Ergebnisse können auf vielfältige Weise sichtbar gemacht werden, etwa in Form von räumlichen Interventionen, Videos, Plakaten, Websites oder Publikationen.
Personen
Anne Büttner
Gastprofessorin für Visuelle Identitäten